Wolfgang´s Weg

22 Oktober, 2011

Game City Wien 2011 oder Erlebnisse eines Homo Ludens

Filed under: Spiele — Wolfgang @ 23:54
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„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (F. Schiller, sieheauch Wiki zu Homo Ludens)

Als seit Jugendtagen spieleaffiner Nerd  habe ich es nun endlich einmal auf eine Messe für Computer/Konsolenspiele geschafft, und zwar auf die Game-City in Wien.  Einfach mal schauen, was es in der Welt der elektronischen Spiele so Neues gibt. Immerhin reichen meine Erfahrungen bis in die ganz frühen 80ger zurück, mit folgenden Stationen:
1982: Philips G7000
1984: Diverse Tric-o-tronic Spiele
1986: Commodore 64
1989: Amiga 500
ab 1990: PC (von einer kurzen, aber undedeutenden Affäre mit einer PS2 abgesehen)

Mit fast 30 Jahren (woran ich wieder mal gemerkt habe, wie alt ich schon bin) Erfahrung am Buckel werde ich wahrscheinlich eher zu den Oldies unter den Besuchern zählen. Ich wähle daher ein bewusst jugendliches Outfit (Kapuzensweater, ausgewaschene Jeans, Laufschuhe), um nicht zu sehr aufzufallen 🙂

Erstes Positivum: Der Eintritt ist frei. Zweites Positivum: Natürlich ist der Großteil der der Anwesenden zwischen 10 und 20 Jahren alt, aber ich bin beleibe nicht der Einzige mit angegrauten Haaren. Drittes Positivum: Es ist zwar einiges los, aber man wird nicht zertreten. Gleich im ersten Zelt nach dem Eingang werde ich mit einem DER Trends im Spielebereich konfrontiert : Tanzspiele. Der Spieler muß im Rahmen eines „Live-Avts“ vorgegebene Tanzbewegungen ausführen, die mit einer an die Konsole angeschlossenen Kamera auf eine Figur am Bildschirm übertragen werden. Je nachdem, wie exakt die Bewegungen ausgeführt werden, gibt es Punkte. Gottseidank gab es so was zu mener Zeit nicht….die Vorführung mit professionellen Tänzern  auf der Bühne funktioniert allerdings recht gut! Als Partyspiel sicher eine Alternative zum Flaschendrehen unserer Tage…;-)

Spiele, bei denen man sich körperlich bewegen muß, scheinen überhaupt schwer im Kommen zu sein. Durfte meinereiner beim Spielen noch faul und gemütlich am Sofa sitzen, wird man jetzt dank Wii, Kinect und wie sie alle heissen, dazu genötigt, alle Bewegungen im Spiel in Echtzeit auszuüben. Bei einem Spiel juckt es mich sogar selbst, es auszuprobieren – man schlüpft in die Rolle eines Jedi-Ritters (Star Wars) und darf mit einem Lichtschwert Laserstrahlen abwehren bzw sich gegen Androiden verteidigen. Die lange Schlange an Wartenden schreckt mich jedoch ab. Tröstend wirkt jedoch die Beobachtung, daß die Bewegungen eher ein Fuchteln darstellen. Von einer 1:1 Umsetzung ist die Industrie noch weit entfernt, aber wer weiß, in eine paar Jahren?
Sehr nett, gerade für Kinder, fand ich ein Spiel, in dem man offenbar mit Peter Pan zusammen Abenteuer besteht. In einer Sequenz fliegt man hinter ihm wie Superman und steuert ebenfalls mit dem Körper – das war gut gemacht!

Apropos Kinder: Für die ganz Jungen gab es einen eigenen ruhigen Raum mit für Kindern geeigneten Computer- und Brettspielen – hat mir gefallen, auch als Rückzugsort. Jugendschutz wird auf der Messe groß geschrieben. Es gibt ab-18 Bereiche, in denen Jüngere nicht hineinkommen. Ja, und ich auch nicht! Um in diese Bereiche vorzudringen, muß man sich nämlich beim Eingang an einem speziellen Schalter – gegen Vorlage eines Ausweises – ein Armband holen. Und nur mit dem darf man gewisse Bereiche betreten. Daß mir die Security den Zugang ohne Armband untersagt, schmeichelt mir  – sehe ich tatsächlich so jung aus? Na gut, Vorschrift ist Vorschrift, holen wir uns also so ein Band…

Frisch gegürtet ist der Weg frei zu einigen Räumen, in denen die ab 18 Titel präsentiert werden. Auch hier lange Schlangen. Bei einem Titel, dessen 3. Teil Anfang 2012 erscheinen wird, und dessen Teil 1 ich vor Jahren angespielt habe, werde ich aber doch schwach und stelle mich an. Nach ca 20 Minuten wird meine Geduld belohnt,und ich darf endlich an einen PC. So, und nun merke ich, daß ich zu Hause nicht mehr das aktuellste Equipment habe. Ich brauche einige Zeit, um das Spiel überhaupt erst mal starten zu können. Der PC ist nämlich in Wirklichkeit eine Konsole, und die Maus ist ein Controller, den ich noch nie in der Hand gehabt habe. Na gut, ich nehme die Hürde und finde meine Spielfigur in einem Raum. Leider gelingt es mir nicht, diesen zu verlassen, ich weiß nicht so richtig, was ich eigentlich im Spiel tun soll. Hilflosigkeit – und das mir!!! 🙂
Aber ich habe wiedermal Glück: Ein netter Mitarbeiter des Spieleproducers in meinem Alter erbarmt sich meiner und erklärt mir die Basics. Es entspinnt sich ein witziger Dialog. Nun gut, nach 10 Minuten gebe ich die Konsole frei und lasse die Jugend wieder ran.

Dann: Ein Erfolgserlebnis! Beim Stand eines Herstellers für Antivirensoftware gewinne ich tatsächlich etwas. Aufgabe war, 2 Viren zu nennen. Mir fällt auf die Schnelle „Mephisto“ (uralter DOS Virus) und „Stuxnet“ ein. Und schon habe ich Virenschutz für 1 Jahr gewonnen 🙂

Und dann werde ich auch noch sentimental: Der Subotron Shop (eine Mischung aus Geschäft und Computermuseum) hat ein paar spielbare Geräte aus den Anfängen des digitalen Spielens bereitgestellt. Ich erkenne ein frühes Atari Gerät, am Bildschirm laufen Pac-Man und Pong….ja, das war meine Zeit *schwärm“. Sollen sich die Kids heuzutage an Grafik und Technik berauschen…wir hatten genauso unseren Spaß!

Summa Summarum: Es war eine witzige Veranstaltung, natürlich nicht zu vergleichen mit den Schwergewichten der Branche wie die E3 oder die Gamescom. Aber für ein Schnuppern in die große digitale Spielewelt reicht es allemal. Und Wiener Charme kann sowieso durch nichts ersetzt werden. Empfehlenswert!

 

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2 Kommentare »

  1. Bei mir war das genau anders. Ich konnte mich noch nie richtig für Spiele auf dem Computer begeistern und wäre dementsprechend auf einer solchen Messe auch fehl am Platze. Glückwunsch zu einem Jahr Virenschutz. 🙂

    Freundliche Grüße
    Bernd

    Kommentar von Bernd — 23 Oktober, 2011 @ 12:58

  2. Danke, Bernd! 🙂

    Kommentar von Wolfgang — 26 Oktober, 2011 @ 14:41


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