Mit einem Tropfen Honig….

…fängt man mehr Fliegen als mir einem Faß Essig.

Mit diesem Spruch wurde heute die Sonntagspredigt eingeläutet. Gemeint war, daß ein Wort der Anerkennung mehr bewirkt als viele Sätze Kritik.

An sich eine altbekannte Weisheit, aber es war interessant, sie heute in neuem Licht zu hören.

Leid

Warum lässt Gott so etwas zu?

Diese Frage ist schon oft gestellt worden. Oft voller Verzweiflung und Angst.  Naturkatasprophen, Krankheit, Unglück, Leid, Tod….wieso gibt es so etwas? Wie kann Gott so etwas zulassen?

Ich weiß nicht, ob es eine Antwort auf diese Frage gibt. Viel Klügere als ich haben sich schon daran versucht.

Heute in der Messe ging es unter anderem um diese Frage. In einer sehr persönlichen Predigt hat unser Diakon vom Leid erzählt. Er meinte, Gott hat nicht versprochen, daß unser Leben frei von Leid und Kummer sein würde. Auch Jesus musste Leid erfahren, auch ihm blieb es nicht erspart. Aber der Glaube kann eine Möglichkeit sein , mit dem Leid umzugehen und wieder heraus zu finden. Glaube kann tragen.

Dazu muß man wissen, daß er diese Worte nicht als Unbeteiligter vom hohen Roß aus gesprochen hat. Als Vater einer schwerkranken Tochter, die schon am schmalen Grad zwischen Leben und Tod gewandelt ist, waren es sehr persönliche Worte. Und man merkte, daß es ehrlich gemeint war, daß er aus Überzeugung gesprochen hat.

Bringt uns das der Antwort auf die eingangs gestellte Frage näher? Ich weiß es nicht.  Aber es hat mich jedenfalls zum Nachdenken gebracht.

Nr 622

Unter der obigen Nummer befindet sich im „Gotteslob“ ein Lied, über dessen Text man durchaus auch mal ausserhalb einer Messe nachdenken kann. Ein kleiner Auszug (an die restlichen Sätze kann ich mich nicht mehr erinnern)

„Hilf Herr meiner Tage, dass ich nicht zur Plage, meiner Nächsten bin.
Hilf Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens, auf der Erde bin“

Über den ersten Satz musste ich schmunzeln. Wer weiss, wie oft ich schon für meine Mitmenschen eine Plage war?  🙂 Ob ich mal meine Maus danach fragen sollte?

Der 2. Satz drückt die Hoffnung aus, die wir wahrscheinlich alle in uns tragen. Spuren zu hinterlassen, an die man sich – hoffentlich positiv – erinnern wird. Etwas zu bewegen.

Manchmal findet man solche Worte, wo man sie nicht erwarten würde.

 

 

Eierwürfe zu Halloween

Es kommt nicht oft vor, dass in der Predigt zur Sonntagsmesse das Wort „Dummkopf“ fällt.

Zu Halloween wurde unsere Kirche mit Eiern beworfen, deren Spuren auch heute noch auf den grossen Glasfenstern zu sehen war. Unser Pfarrer nahm es insofern mit Humor, als er bei der Bitte um den  Schlußsegen ausdrücklich „auch die Dummköpfe, denen wir die Eierspuren zu verdanken haben“ miteinbezogen hat. „Auch auf Ihnen möge Gottes Segen ruhen.“

Ein bisschen hat er mich heute an Don Camillo erinnert 🙂

Ein Hauch von Byzanz…

…durchwehte heute unsere Kirche. Ein rumänischer Gastpfarrer hielt heute Abend eine Messe nach byzantinischem Ritus in rumänischer Sprache.

Der geneigte Leser wird sich jetzt fragen: Na und? Warum erzählt uns Wolfgang das?

Es gibt das Eine und Andere, weswegen ich den Abend als etwas Besonderes empfunden habe, und im Blog verewigen möchte.

Es war köstlich mitanzuhören, wie sich vor der Messe unser „normaler“ Pfarrer mit dem rumänischen Kollegen über den Ablauf der Zeremonie unterhalten hat – hatte Unterhaltungswert. Es war schön zu sehen, dass auch Priester im Prinzip diesselben Probleme in der „grenzüberschreitenden“ Zusammenarbeit wie wir alle  haben. Die Diskussion, wer wann welchen Segen spendet, wann die Lesung erfolgt etc wurde mit Händen und Füssen geführt.

Die Messe selbst: Ich spreche kein Wort Rumänisch – dennoch konnte man dem Gottesdienst irgendwie folgen. So ähnlich haben vielleicht auch die Menschen im Mittelalter gefühlt, als die Messen in Latein gelesen wurden – und von der Bevölkerung auch nur kaum verstanden wurden.

Ich nehme auch mit, dass Rumänisch – zumindest Kirchentexte – eine wohlklingende Sprache sein kann.

Am Schluss der Messe gab es eine peinliche Stille – nach dem Motto : Kommt jetzt noch was? Aber sie war tatsächlich schon vorbei.

Alles in Allem mal ein interessanter Ausflug in eine andere Sprache – bin aber froh, wenn nächste Woche wieder Deutsch gesprochen wird 🙂

Jeden Tag neu zu beginnen…

…diesen Rat habe ich zur Abwechslung mal nicht in einem der üblichen Ratgeber gelesen, sondern in der letzten Sonntagsmesse gehört.

Auffallend positiv, daß in unserer Pfarre vermehrt auf solche Dinge eingegangen wird.

Im Buch „Sorge Dich nicht – lebe!“ heisst es ergänzend dazu: „Machen Sie vorne und hinten die Schotten dicht, und kümmern Sie sich nur um das Heute.Wenn man die Sorgen von gestern und morgen gemeinsam mit denen von heute tragen muss – daran scheitert auch der Stärkste“.

Einen Topf voll Fleisch für arme Menschen kochen…

…das war heute die Antwort eines kleinen Kindes auf die Frage des Pfarrers „Was sollen wir tun?“

Gemeint war die Frage im Zusammenhang mit der Geschichte , in der Johannes der Täufer von Menschen gefragt wurde, was sie tun sollen, um ein gutes Leben zu führen. Und die Frage wurde dann auch einfach mal in den Raum gestellt – und wie man sieht, kamen gerade von Kindern sehr schöne Vorschläge 🙂

In diesem Zusammenhang wurde auch die Aktion „Seisofrei“ vorgestellt, die aktuell an Projekten in Afrika arbeitet. Vielleicht lohnt sich ein Blick auf die Site?

Eine Messe in kleinem Kreis…

Heute habe ich – eigentlich eher zufällig -ganz untypisch an einer Abendmesse unter der Woche teilgenommen. Seltsam…jahrelang bin ich eigentlich nur zur Weihnachtsmette in die Kirche gegangen.

Die Messe war aus folgenden Gründen bemerkenswert:
Wir waren zu elft in der Kirche. Hievon 1 Priester, 1 Diakon, 1 Ministrant, 1 Musikerin mit Gitarre, 1 Angestellter der Pfarre, und 6 Besucher (darunter ich). Toll, daß die Messen auch in so kleiner Runde stattfindet – war mal was Anderes.

Zum anderen war das Alter des Ministranten bemerkenswert – ich würde ihn zwischen 60 und 70 schätzen. Respekt!

Weiters: In der Predigt ging es unter anderem darum, daß man jungen Menschen, die sich zu einem Beruf im Umfeld der Kirche oder als Priester hingezogen fühlen, Mut dazu machen sollte. Und unser Pfarrer hat explizit von Männern und Frauen gesprochen .

Alles in allem war es schön, dabei gewesen zu sein.