Vienna Nightrun 2012

Gestern Abend war es wieder soweit: Der 6. Vienna Nightrun stand wieder am Programm, und ich konnte wieder dabei sein (die Rückkehr aus dem Türkei Urlaub ist sich gerade noch ausgegangen ;-)).

Ja, was soll ich sagen: Es war wieder ein toller Lauf durch die Nacht, mit rund 16.000 Teilnehmern, einmal um die Ringstraße über 5km. Der Lauf startete dieses Jahr wieder am Rathausplatz (letztes Jahr ging es Heldenplatz los, wo es leider ziemlich eng war….) Und, wie könnte es ander sein, auch dieses Jahr gab es – Regen! Für das Laufen ideal, und meine Maus, die wieder an meiner Seite war, hat es wieder tapfer ertragen 🙂

Weiterlesen „Vienna Nightrun 2012“

Blind laufen

Heute wurde ich zweimal mit dem Thema „Blind laufen“ konfrontiert.

Zum einen war ich heute selber blind. Blind für die Schönheit des Laufens und der Natur. In der Firma war heute ein sehr anstrengender und mühsamer Tag. Ich habe den heutigen Lauf in der Hauptallee ziemlich grantig (auf gut wienerisch könnte man auch „angspeist“ sagen) begonnen, mit mir und dem Schicksal hadernd. Verstärkt hat sich das Ganze dadurch, daß ich von vielen überholt wurde – was mir eigentlich völlig egal sein kann, heute meinen Grant aber nur verstärkt hat.
Erst nach 4 Kilometern, bei der Wende am Lusthaus, hat sich schön langsam Beruhigung und die Lust am Laufen eingestellt. Dem Grund  meines Grants und des Haderns habe ich ein politisch unkorrektes, aber dafür sehr herzliches „Sch…. drauf!“  entgegengerufen. Dann ging´s leichter, und die folgenden 3 Km waren ein doch noch schöner Abschluß des Laufes.

Zum anderen waren heute in der Hauptallee auffallen viele blinde Läufer mit ihren Guides unterwegs. Manche sind gegangen, manche langsam gelaufen, und ein paar hatten ein beeindruckendes Tempo drauf, viel schneller, als ich laufen könnte. Entweder an der Hand des Guides, oder durch eine Schnur mit ihm verbunden.

Ich muss gestehen, ich bewundere diese Läufer, und habe grossen Respekt vor ihrer Leistung. Ich habe heute probeweise versucht, beim Laufen die Augen zu schliessen (natürlich vorher vergwissert, daß sich niemand vor/hinter/neben mir befindet). Nach ein paar Schritten gingen die Augen immer automatisch auf, der Drang, sich ständig zu orientieren, war einfach zu stark. Lasse ich die Augen zu lange zu, kommt auch langsam Angst hinzu…

Aber auch die Guides verdienen Respekt. Man trägt doch Verantwortung und steht in einem sehr engen Vertrauensverhältnis mit dem Läufer.

Habt Ihr in Eurem Bekanntenkreis einen blinden Läufer oder einen Guide? Haben sie Euch von ihren Erfahrungen berichtet?

Übrigens: Der schnellste blinde Läufer läuft dem Vernehmen nach eine Halbmarathonzeit von 1:10! Da wird es schon schwierig, einen geeigneten sehenden Begleiter zu finden, der das Tempo mithalten kann!