Ein Hauch von Byzanz…

…durchwehte heute unsere Kirche. Ein rumänischer Gastpfarrer hielt heute Abend eine Messe nach byzantinischem Ritus in rumänischer Sprache.

Der geneigte Leser wird sich jetzt fragen: Na und? Warum erzählt uns Wolfgang das?

Es gibt das Eine und Andere, weswegen ich den Abend als etwas Besonderes empfunden habe, und im Blog verewigen möchte.

Es war köstlich mitanzuhören, wie sich vor der Messe unser „normaler“ Pfarrer mit dem rumänischen Kollegen über den Ablauf der Zeremonie unterhalten hat – hatte Unterhaltungswert. Es war schön zu sehen, dass auch Priester im Prinzip diesselben Probleme in der „grenzüberschreitenden“ Zusammenarbeit wie wir alle  haben. Die Diskussion, wer wann welchen Segen spendet, wann die Lesung erfolgt etc wurde mit Händen und Füssen geführt.

Die Messe selbst: Ich spreche kein Wort Rumänisch – dennoch konnte man dem Gottesdienst irgendwie folgen. So ähnlich haben vielleicht auch die Menschen im Mittelalter gefühlt, als die Messen in Latein gelesen wurden – und von der Bevölkerung auch nur kaum verstanden wurden.

Ich nehme auch mit, dass Rumänisch – zumindest Kirchentexte – eine wohlklingende Sprache sein kann.

Am Schluss der Messe gab es eine peinliche Stille – nach dem Motto : Kommt jetzt noch was? Aber sie war tatsächlich schon vorbei.

Alles in Allem mal ein interessanter Ausflug in eine andere Sprache – bin aber froh, wenn nächste Woche wieder Deutsch gesprochen wird 🙂

Jeden Tag neu zu beginnen…

…diesen Rat habe ich zur Abwechslung mal nicht in einem der üblichen Ratgeber gelesen, sondern in der letzten Sonntagsmesse gehört.

Auffallend positiv, daß in unserer Pfarre vermehrt auf solche Dinge eingegangen wird.

Im Buch „Sorge Dich nicht – lebe!“ heisst es ergänzend dazu: „Machen Sie vorne und hinten die Schotten dicht, und kümmern Sie sich nur um das Heute.Wenn man die Sorgen von gestern und morgen gemeinsam mit denen von heute tragen muss – daran scheitert auch der Stärkste“.

Konflikte auch manchmal auszutragen…

…das war einer der Punkte der Predigt in der heutigen Messe.

„Aufhänger“ war die Geschichte eines kleinen Streites zwischen Jesus und seinen Eltern. Aus Angst, daß etwas Schlimmes passiert, werden Konflikte in der Beziehung oder im Beruf oft unter den Teppich gekehrt. Eigentlich etwas untypisch, hat unser Pfarrer aufgefordert, Konflikte und auch Streit manchmal zuzulassen – aber immer auch gleichzeitig eine Tür für die Versöhnung offen zu lassen.

Betrifft mich insofern, da ich in meinem Umfeld eher als konfliktscheu und harmoniesüchtig gelte. Hmmm….mal drüber nachdenken.

Einen Topf voll Fleisch für arme Menschen kochen…

…das war heute die Antwort eines kleinen Kindes auf die Frage des Pfarrers „Was sollen wir tun?“

Gemeint war die Frage im Zusammenhang mit der Geschichte , in der Johannes der Täufer von Menschen gefragt wurde, was sie tun sollen, um ein gutes Leben zu führen. Und die Frage wurde dann auch einfach mal in den Raum gestellt – und wie man sieht, kamen gerade von Kindern sehr schöne Vorschläge 🙂

In diesem Zusammenhang wurde auch die Aktion „Seisofrei“ vorgestellt, die aktuell an Projekten in Afrika arbeitet. Vielleicht lohnt sich ein Blick auf die Site?

Eine Messe in kleinem Kreis…

Heute habe ich – eigentlich eher zufällig -ganz untypisch an einer Abendmesse unter der Woche teilgenommen. Seltsam…jahrelang bin ich eigentlich nur zur Weihnachtsmette in die Kirche gegangen.

Die Messe war aus folgenden Gründen bemerkenswert:
Wir waren zu elft in der Kirche. Hievon 1 Priester, 1 Diakon, 1 Ministrant, 1 Musikerin mit Gitarre, 1 Angestellter der Pfarre, und 6 Besucher (darunter ich). Toll, daß die Messen auch in so kleiner Runde stattfindet – war mal was Anderes.

Zum anderen war das Alter des Ministranten bemerkenswert – ich würde ihn zwischen 60 und 70 schätzen. Respekt!

Weiters: In der Predigt ging es unter anderem darum, daß man jungen Menschen, die sich zu einem Beruf im Umfeld der Kirche oder als Priester hingezogen fühlen, Mut dazu machen sollte. Und unser Pfarrer hat explizit von Männern und Frauen gesprochen .

Alles in allem war es schön, dabei gewesen zu sein.

Heute in der Messe…

..die ich wieder mal besucht habe, hat sich gegen Ende bei den „allgemeinen Verlautbarungen“ ein junger Mann zu Wort gemeldet:

Er war bis vor einem Jahr während seiner Seminaristenausbildung als „Praktikant“ in der Pfarre bzw lebt auch hier. Er hat berichtet, entdeckt zu haben, daß der Beruf des Priesters doch nichts für ihn ist. Er ist aus dem Seminar ausgetreten und ist heute als Deutsch- und Religionslehrer tätig.

Was mich beeindruckt hat, war die Art und Weise, wie er es gesagt hat. Ganz fest und bestimmt, lachend ohne Bitterkeit, und man sah ihm an, daß es ihm gutgeht. Nach seiner Rede kam es zu spontanem Applaus in der Kirche.

Was man daraus lernen kann? Keine Ahnung!

Woher weiss ich, ob etwas Glück oder Unglück ist?

Das war die Kernfrage in der gestrigen Messe in unserer Pfarrkirche, die ich seit langem wieder einmal besucht habe…

Dazu wurde folgende Geschichte aus dem Buddhismus erzählt:
Ein Mann hatte ein paar Pferde. Eines Tages lief ihm eines weg. Seine Nachbarn meinten „Oh, was hast Du für ein Pech!“ Er meinte „Woher wisst ihr, dass es Pech ist?“
Ein paar Tage später kam das Pferd wieder zurück, und mit ihm kamen zwei andere Pferde, die sich ihm angeschlossen haben. Die Nachbarn riefen „Was bist Du für ein Glückspilz!“, er entgegnete „Woher wollt ihr wissen, ob es Glück ist?“
Der Sohn des Mannes wollte die neuen Pferde zureiten, stürzte, und brach sich die Hand. Wieder meinten alle „Was für ein Pech!“ – und wieder die Antwort „Woher wollt ihr das wissen?“
Eine Woche später kam der Krieg über das Land, und der Kaiser liess Soldaten ausheben. Junge Männer wurden eingezogen – nur der Sohn nicht, weil sein Arm noch gebrochen war….

Die Geschichte war eingebettet in eine Predigt, in der es auch darum ging, an negativen Erlebnissen zu wachsen.

Generell muss ich sagen, war es schön, wieder einmal an einer Sonntagsmesse teilzunehmen -aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich. Und ich freu mich, in einer Pfarre zu sein, die nicht „knochentrocken“ ist.

Schön war es in der Kirche heute….

…in der so genannten „Stillen Stunde“, in der man einfach in der nur von Kerzen erleuchteten Pfarrkirche sitzen kann..

Ich bin kein regelmäßiger Kirchgänger, aber heute war es wirklich angenehm, fast meditativ…am liebsten wär  ich noch viel länger geblieben, aber auch 15 min können sehr schön sein.

So,jetzt lass ich den Abend noch schön ausklingen…morgen wird ein langer Donnerstag.Buen camino, bis morgen!

Pfaffenheini

Heute bin ich über eine recht ungewöhnliche Seite gestolpert, den Pfaffenheini.

Ein buntes Sammelsurium von diversen kirchlichen Seiten, die auch Themen wie Sexualität nicht ausklammern. Sicher nicht nach jedermanns Meinung und Geschmack, aber es lädt zu Diskussionen ein.

Betrieben wird die Seite von Pfarrer Christian Sieberer aus Penzing und ist nach eigenen Angaben insbesonders für Menschen konzipiert, die der Kirche kritisch gegenüberstehen.

Also, ich möchte die Seite weder empfehlen, noch von ihr abraten; mit einigen der behandelten Themen kann ich persönlich nur wenig anfangen.

Ein tpischer Fall von: Ausprobieren!