Es ist nicht Aufgabe der Verbraucher, zu wissen, was sie wollen….

….dieses Zitat wird dem leider vor kurzem verstorbenen Steve Jobs  (Apple) zugeschrieben. Und zwar als Antwort auf die Frage, welche Marktforschung ihm zur Entwicklung des Ipad geraten habe.
(siehe zb Artikel Presse am Sonntag 16.10.2011 bzw  FAZ vom 25.8.2011)

Auf den ersten Blick wirkte das Zitat sehr negativ auf mich, weil etwas abgehoben. Wie kann sich jemand anmaßen, zu wissen, was ich will???

Bei längerem Nachdenken muß ich aber zugeben – da ist schon was dran. So etwas wie das Ipad hätte ich nie „gewollt“ – weil ich gar nicht gewußt hätte, daß es so etwas gibt. Natürlich – wirklich brauchen tu ich es nicht. Aber schön ist es schon!

Ich denke, die Wirtschaft greift bei allem, was über unsere Grundbedürfnisse geht, darauf zurück. Viele Innovationen wurden erst dadurch geboren. Würden wir bei dem stehenbleiben, was wir „wirklich brauchen“ – vielleicht würden wir noch in Höhlen leben. Wer weiß.

Andererseits: Künstliche Bedürfnisse, geheime Verführer – haben auch ihre Schattenseiten. Zu glauben, „daß mußich unbedingt haben“, hat schon so manchen ins finanzielle Unglück gestürzt. Wieder andererseits: Ganze Industriezweige leben davon, uns etwas zu verkaufen, was wir nicht unbedingt benötigen. Das Weihnachtsgeschäft würde zusammenbrechen, wenn man nur das Nötigste kauft – und damit die Wirtschaft.

Ach, ich weiß einfach nicht….

Halbzeit!

Tja, in Kürze ist es soweit: in einer Woche wird in meiner Altersangabe die erste Stelle kein 3er mehr sein…

Also, eigentlich wollte ich diesem Ereignis keine grössere Aufmerksamkeit schenken. Aber man wird im Kollegen- und Bekanntenkreis doch öfter darauf angesprochen…da kommt man schon mal ins Nachdenken.

Bisher lebte man in der Überzeugung, noch jede Menge Zeit zu haben. Glaubt man der Statistik, dann schaffe ich – mit Glück und Gottes Hilfe  – vielleicht nochmal 40 Jahre. Mit anderen Worten: Langsam liegen mehr Jahre hinter mir, als vor mir…“Halbzeit“ sozusagen. Zeit für eine Midlife Crisis oder zumindest für eine Kabinenpredigt.

Wie fällt nun die Kabinenpredigt nach der 1. Halbzeit aus?

Wahrscheinlich wie bei vielen: Nicht immer war alles wunderbar (um es mit Harald Serafin zu sagen). Die eine oder andere Schramme mitgenommen. Die Rüstung ist schon ein bisschen verbeult, das eine oder andere Cut ziert das Angesicht.
Manchmal nach links gegangen, als man hätte nach rechts gehen sollen. Und umgekehrt. Manchmal den Mund aufgemacht, als es besser gewesen wäre, zu schweigen. Manchmal geschwiegen, sei es aus Feigheit oder falscher Rücksichtnahme, als es besser gewesen wäre, mutig aufzustehen und zu sprechen.

Aber das Wichtigste: Ich habe in den letzten 40 Jahren mehr Menschen getroffen, die es gut mit mir gemeint haben, als solchen, die man bei uns in Wien „Ungusteln“ nennt (= böse Menschen). Und dafür kann ich sehr dankbar sein.

Gelernt? Vieles. Zum Beispiel, dass nicht alles, was wie Unglück aussieht, auch eines ist. Und nicht alles ist Glück, was danach aussieht.

Fazit: Ich möchte mit niemandem tauschen. Wie meinte schon Eugen Roth: „Man führ so gern aus seiner Haut – doch wenn man in die Runde schaut – lauter andere arme Häute – in die zu fahren auch nicht freute“.

So, und jetzt freu ich mich erstmal auf die zweite Hälfte! Und dem Vernehmen nach gibt es als Geschenk zum 40ger ein Ipad zur Motivation…:-))

 

In den Fängen des Ipads…

Gestern 16:30, Wien: ich nähere mich dem Eingang eines bekannten Elektrogrosshandels. Meine Mission: Einmal das Ipad in der Hand zu halten. Jagdinstinkt erwacht.

Ich nähere mich dem Apple Corner…erstaunlicherweise ist gar nicht so viel los wie befürchtet. Brav stelle ich mich an. Super, nur noch einer vor mir. Der braucht aber lang. Muss sich der alles anschauen? Ja, klar, jetzt wird auch noch ein Spiel gestartet. Darf ich dem Herrn vielleicht einen Kaffee bringen, damit es ihm an nichts mangelt? Gerade überlege ich, ob Gewalt nicht doch manchmal berechtigt sein kann. Doch da..seine Frau, die eher gelangweilt neben ihm steht, gibt ihm zu verstehen, dass sie weitergehen möchte. Siehst Du, nicht jede ist so tolerant wie meine Maus, die leicht schmunzelnd und geduldig, bepackt mit unseren sonstigen Einkäufen, neben mir steht und mir ein wenig den Rücken vom Nächsten in der Schlange freihält (Hab ich Dir schon gesagt, wie sehr ich Dich liebe???). Und jetzt, endlich…

…nehme ich es in die  Hand…den Heiligen Gral der IT Industrie….und…

Also. Um es kurz zu machen. Kein Blitz ist durch mich gefahren, keine immerwährende Glückseligkeit. Aber ein angenehmes Kribbeln, gepaart mit unbändiger Neugierde, wie immer, wenn es eine neue technische Spielerei am Markt gibt. Es liegt gut in der  Hand, vielleicht etwas schwerer als erwartet. Das Display ist voller „Fingertapscher“, aber ok, kein Wunder, wenn man von zig Menschen in die Hand genommen wird.

Als Halter eines Iphones ist manches schon vertraut, die Bedienung ist sehr ähnlich. Aber alles einmal in „gross“ zu sehen, ja, das hat schon was. Surfen funktioniert sehr komfortabel, die gute Bildschirmanzeige unterstützt das angenehme Lesen. Gedanklich sehe ich mich mit dem Ding schon surfend auf dem Sofa oder im Bett liegen ….
Ibooks ausprobiert. Ok, ich habe zu Ebooks ein eher gespanntes Verhältnis…ich mag es, echte Bücher in der Hand zu halten. Der Geruch des Papieres, das Feeling, möchte ich mir nicht nehmen lassen. Zweifelsohne kann man in Ibooks ebenfalls gut lesen…aber ich sag mal, ich würde es eher für Fachbücher verwenden, und nicht für Literatur.

Tippen. Schnell die integrierte Touchscreentastatur ausprobieren. Auch hier ist die am Iphone gesammelte Erfahrung von Vorteil. Es funktioniert besser als gedacht, längere Texte würde ich dennoch lieber per Tastatur tippen. Aber für kurze mails oder so reicht es.

Spielen. Ich sehe ein Autorennspiel, HD Racing oder so, keine Ahnung. Das Auto wird durch die Neigung des Ipads gesteuert. Macht Spass, für einen echten Test ist aber die Zeit zu kurz. Noch schnell einen „Klaviersimulator“ ausprobiert, witzige Sache.

Mein Fazit:
Ich hatte es gern in der Hand. Als Star Trek  Fan erinnerte es mich sehr an die „Computertafeln“, die in der Next Generation verwendet wurden. Ob es die in den Medien angekündigte Revolution sein wird, bleibt abzuwarten. Ein schön designtes Stück Technik ist es allemal.

Ich werde es mir jedenfalls sicher nicht kaufen.

Nein…

…ich werde es mir zu meinem 40iger schenken lassen! Samt all dem schönen Zubehör wie Tasche, SD Adapter usw….ok, bis November dauert es noch ein wenig, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude 🙂

Mal schauen, ob es für WordPress einen Countdownzähler gibt….;-)

Ipad or no Pad?

Jetzt ist es also auch bei uns verfügbar – das Ipad, der – wenn man den Medien glauben will – Gottseibeiuns der herkömmlichen PCs.

Ich muss gestehen, auch ich kann mich dem Hype nicht gänzlich entziehen. Irgendwie würde ich das Ding schon gerne mal in die Finger bekommen…ich fürchte, ich würde es dann auch kaufen. Noch kann ich widerstehen.

Leider bin ich für Apple Produkte im Allgemeinen sehr empfänglich, und damit ein leichtes Opfer für Mr Jobs. Muss aber sagen, dass ich Apple schon seit längerem benutze, seit einer Zeit, als der Hype noch nicht so gross war. Überhaupt: Apple ist jetzt schon selbst so ein Global Player, dass der Hauch der Rebellion, der Desperados, der Apple-User früher umgeben hat, sich aufgelöst und in den normalen Geruch des Establishments umgewandelt hat.

Aber zurück zum Ipad: Bin hespannt, wie lange ich mich von dem Ding fernhalten kann…

Hat jemand von Euch schon Erfahrungswerte?