Dekalog 02/10: Nur mich selbst korrigieren

Nur für heute…werde ich die größte Sorge für mein Auftreten pflegen:
Vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemanden kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern…nur mich selbst.

Der 2. Impuls aus dem Dekalog von Papst Johannes XXII (den ersten gab es hier zu lesen).

Diese Impuls zielt darauf ab, zuerst vor der eigenen Tür zu kehren, bevor man anderen Leuten Vorschriften macht. Aber auch die „Drei-Augen-Regel“ hat damit zu tun:

„Das rechte Auge soll alles sehen. Das linke Auge soll das meiste übersehen, ohne sich zu ärgern. Mit beiden Augen soll man das Wesentliche sehen.“

Wenn ich an mich selber denke? Naja, manchmal ertappe ich mich dabei, andere zu belehren, oder zumindest belehrend zu wirken….

Dekalog 1/10: Nur für heute…

…werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

Dieser Satz gibt mir persönlich insofern zu denken, da ich zu denen gehöre, die am liebsten alles auf einmal erledigen wollen. So packe ich manchmal mehrere Dinge gleichzeitig an und erledige von überall ein bisschen was, aber nichts ganz. Ja, weil morgen ist es ja bekanntlich zu spät!

Solche Zeiten gibt es. Und dann muss ich mich an der Nase nehmen, mich auf wenige Dinge zu konzentrieren, aber das dafür intensiv.

Dekalog der Gelassenheit oder was man von einem Papst lernen kann

Die interessantesten Dinge sind oft dort, wo man sie nicht vermuten würde.

Auf einer Surftour (bitte nicht zu verwechseln mit Sauftour :-)) bin ich auf den sogenannten Dekalog der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII gestossen. Ich wollte schon weiterblättern, bin dann aber doch hängengeblieben. Weil es gar nicht so uninteressant ist.

Der Dekalog ist eine Sammlung von 10 Leitsätzen zum Thema Gelassenheit. Dafür, daß diese Sätze von einem Papst stammen,  haben sie erstaunlich wenig mit Gott zu tun. Lediglich in einem wird direkter Bezug auf Ihn genommen.

Zentrales Element aller Sätze ist die Formulierung „Nur für heute“. Gemeint ist, daß man sich primär um das Hier und Jetzt kümmern sollte, und nicht zuviel nach hinten und nach vorne schauen sollte.

Damit deckt sich der Ansatz durchaus auch mit der aktuellen Beratungsliteratur. Mir fallen dazu Sätze ein wie:
„Gestern ist schon vorbei. Das Morgen ist bestenfalls ein Gerücht. Heute leben wir.“
„Wenn die Sorgen von gestern und die Sorgen von morgen mit den Sorgen von heute getragen werden müssen, scheitert der Stärkste.“
„Machen Sie hinten und vorne die Schotten dicht und kümmern Sie sich um den Bereich, den Sie beeinflussen können: das Heute.“

Papst Johannes XXIII muß eine interessante Persönlichkeit gewesen sein. Von ihm stammt ja auch der Klassiker „Etwa die Hälfte!“ (auf die Frage, wie viele Menschen im Vatikan arbeiten).