Reha Tag 7 – von Angst,Gedächntnislücken und Handschmeichlern

Tag 7. Es ist Dienstag früh. Ich überwinde mich und gehe nach einiger Zeit wieder einmal morgens um 6:00 laufen. Ich merke, dass es in der Früh schon heller wird. Der Lauf ist ganz ok, aber ich merke, daß ich nicht meine übliche Runde drehen kann. Ich muß sie abkürzen, aber das ist ok. Nach einer Dusche mache ich  mich auf den Weg in die Reha.

Bauchatmung

Heute steht die Einzelpsychotherapie an. Ich habe die Therapeutin schon ein bisschen kennengelernt. Wir sprechen über das Thema Angst. Sie empfiehlt mir für kritische Situationen die Bauchatmung: beim Einatmen hebt sich der Bauch, beim Ausatmen senkt sich die Bauchdecke. Und das 3 Minuten.
Der Sinn der Bauchatmung ist die Entspannung über den Solarplexus herbeizuführen. Wenn man entspannt ist, hat man keine Angst, meint die Therapeutin.

Wir üben die Atmung gemeinsam. Das Einatmen fällt mir leicht, das Ausatmen schwer. Man soll die Bewegung der Bauchdecke mit den Bauchmuskeln unterstützen. Ich fühle mich auch etwas schummrig, aber das wäre normal. Ich nehme mir die Bauchatmung sozusagen nach Hause zum Üben mit.

Wenn das Gedächtnis nicht so will…

Ich sage ihr auch, daß ich Gedächtnisprobleme habe. Wenn mich meine Partnerin zu Hause um etwas bittet (Zb „Bitte mach das Fenster zu“) und ich es nicht gleich tue, vergesse ich es. Nicht, weil ich es vergessen will, sondern weil es einfach geschieht. Und das belastet mich. Die Therapeutin meint, daß dies Begleitfaktoren der Depression sind. Auch der Begriff Pseudodemenz fällt. Wirklich beruhigen tut mich das nicht. Es hat mit Achtsamkeit zu tun. Meine Gedanken scheinen überall zu sein, nur nicht im Moment. Wenn ich das in den Griff bekomme, dann wird auch das Gedächtnis wieder besser funktionieren.

Ich habe mich in die „Denkwerkstatt“ eingeschrieben. Das ist ein freiwilliges Modul, wo es um Gedächtnis, Konzentration usw geht. Morgen Mittwoch ist die erste Stunde, da kann ich mehr berichten.

In Summe war es ein intensives Gespräch, aus dem ich Einiges mitnehme.

Morgenrunde

In der darauffolgenden Morgenrunde fällt mir auf, wie eingehend und interessiert sich die Therapeutin nach dem Befinden der einzelnen Personen erkundigt. Ich merke auch, daß sie anschließend mit einer Dame, der es heute nicht so gut geht, noch lange beisammensteht.

Ich mache mir einen Handschmeichler

Am Nachmittag steht wieder Ergotherapie am Plan. Ich habe in der letzten Stunde begonnen, einen rohen Speckstein zu einem Handschmeichler zu schmirgeln. Das setze ich heute fort. Es ist schön, zu sehen, wie der Stein langsam rund und glänzend wird. Ich werde bei Gelegenheit ein Bild posten, heute habe ich es leider vergessen.

Der Therapeutin geht es auch um die Frage: Warum sucht man sich gerade dieses Material / diese Form des Werkstücks aus? Und was macht das Material mit Dir?
Für mich ist es so, daß ich noch nie mit Speckstein gearbeitet habe – es ist eine neue Erfahrung für mich. Und das Schmirgeln ist irgendwie beruhigend.

Ich überlege, als Nächstes das Logo der Sternenflotte aus Star Trek / Raumschiff Enterprise aus Speckstein nachzubauen…schauen wir mal!

Am Abend noch eine schöne Erfahrung: Eine Kollegin aus der Firma mailt mich an, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Ich freue mich darüber! Wir müssender einen Termin finden.

In Summe war der Tag recht schön. Gedanken zur Achtsamkeit, die Bauchatmung und wie schön es sein kann, mit Stein zu arbeiten, nehme ich mit. Bis morgen!

 

3 Kommentare zu „Reha Tag 7 – von Angst,Gedächntnislücken und Handschmeichlern“

  1. Ich bin gespannt auf das Bild und finde die Idee, das Sternenflottenlogo aus Speckstein zu machen, sehr interessant!

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