Reha Tag 3 – Gruppentherapie und Schokolade

Tag 3. Beginn ist um 8 Uhr. Heute mal nicht Fitnesscenter in der Früh, sondern ich setze mich für 15 Minuten auf den Heimtrainer zu guter Musik. Ist auch ok, aber in Gesellschaft ist es schöner.

Ich komme gut und pünktlich an. In der ersten Stunde erhalten wir allgemeine Informationen zum Thema Psychotherapie: Was ist das, was kann es usw. Da ich ja schon eine laufende Therapie mache, weiß ich schon ein bisschen was. Ziel ist es, mit den Symptomen besser umgehen zu können. Sich neu orientieren zu können. An Lebensqualität zu gewinnen. Sich nach der Reha selbst managen zu können.

Die Therapeutin erklärt uns das Modell des Selbstmanagements: Neben den sozialen Faktoren (Wohnung, soziale Kontakte) und den körperlichen Faktoren (zB Schlaf/Wachrythmus), die halt oft nur bedingt verändert werden können, gibt es den grossen Bereich der „kognitiven Faktoren“: Glaubenssätze („ich bin ein Versager“), automatisierte Gedanken, Gefühle = die Brille, durch die wir die Welt sehen. Der Fokus der Therapie liegt darin, diese Brille zu verändern und dadurch eine Verringerung des persönlichen Leids und mehr Lebensfreude zu erreichen.

In der Gruppentherapie stellen wir zunächst Regeln auf, wie wir als Gruppe handeln wollen. Dazu zählen ein wertschätzender Umgang, Respekt, den Anderen ausreden lassen, aber auch zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Ich habe Glück – ich bin in einer sehr netten Gruppe gelandet.

Danach erarbeiten wie die Kennzeichen einer Depression – körperliche, Gedanken, Verhalten, Gefühle. Die Stunde wird mit einer Selbstreflexion abgeschlossen (welche Faktoren beobachte ich bei mir?). Man merkt: Ich bin nicht alleine.

Was mir auffällt: die Gruppentherapie ist primär edukativ, d.h. soll den Einzelnen über das Krankheitsbild informieren. Die eigentliche Therapie findet dann in Einzelterminen statt.

Achtsamkeit und Schokolade

Am Schluss des Tages gibt es ein Achtsamkeitstraining. Die Moderatorin verteilt Schokolade und fordert uns auf, diese nicht – einem ersten Impuls folgend – sofort herunterzuschlingen, sondern sie zu berühren, daran zu riechen, langsam abzubeissen….sprich mit allen Sinnen zu geniessen. Zweck der Übung ist das Bewusstmachung, daß Genußfähigkeit wichtig ist.

Die Achtsamkeit selbst wird beschreiben als „im hier und jetzt leben“, also nicht mit dem Kopf  ständig in der Zukunft zu hängen – also genau mein Thema.

Der 3. Tag ist heute nur kurz für mich – am Nachmittag habe ich keine Stunden. Ich geniesse noch das Mittagessen mit den Anderen und fahre nach Hause. Ausblick für morgen: Bewegungstherapie – auch hier kann ich mir noch wenig vorstellen – aber ich lerne jeden Tag etwas Neues!

 

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