Wolfgang´s Weg

16 April, 2009

Zwar noch nicht Muttertag, aber doch…

Filed under: Uncategorized — Wolfgang @ 12:02
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Ich möchte heute ganz gerne ein paar Zeilen über meine Muter schreiben.

Wir haben uns heute vormittag auf einen Kaffee in meinem Stammcafe getroffen. Während Sie mir erzählt hat, dass sie sich zu Ihrem 70iger nächstes Jahr von uns einen Laptop mit Internet wünscht (weil ihr internet-cafe nämlich zusperrt), ist mir wieder mal klar geworden, wie viel sie mir bedeutet und wie dankbar ich bin, dass es ihr gut geht.

Nach dem Tod meines Vaters vor nun bald 10 Jahren hatten wir grosse Angst, dass sie das Alleinsein vielleicht nicht überwinden könnte. Es waren damals schwierige Umstände, sie hat meinen Papa bis zuletzt gepflegt.  Meine Schwester und ich haben sie abwechselnd und oft besucht, bis sie uns erklärt hat, dass das Leben nun weitergehe und dass wir Kinder nun wieder unser eigenes Leben leben sollen.

Wir haben ihr damals Mut gemacht, ihre nach Canada ausgewanderte Schwester zu besuchen. Das war auch damals, anno 2000,  ihr Einstieg ins Internet. Ich weiss noch, wie wir zusammen in einem Internetcafe waren und uns die Homepage der kanadischen Heimatstadt meiner Tante angesehen haben. Ich habe sie dann auch zum Flughafen gebracht, sie war ziemlich aufgeregt…der erste Flug und dann gleich so weit. Ich seh heute noch vor meinen Augen, wie sie durch die Zollkontrolle gegangen ist und ich zurückbleiben musste…aber es ist alles gut verlaufen, die Reise ist sehr gut verlaufen und hat ihr viele schöne Erlebnisse gebracht.

Wieder zu Hause, hat sie hat dann versucht, so viel wie möglich aus dem Haus zu kommen…Kurse an der VHS, Seniorenvereine, Vorträge usw.

Und wie ist es heute?
Surfen, emailen, googeln…alles kein Problem. Zwischenzeitlich ist sie eine gefürchtete Leserbriefschreiberin bzw Teilnehmerin an diversen Foren. Leider hat ihr Internetcafe zugesperrt, daher ihr Wunsch nach einem Laptop. Zwischenzeitlich geht sie „zur Überbrückung“ in eine städt. Bücherei…unser Angebot, den Kauf des Laptops vorzuziehen, hat sie entschieden zurückgewiesen. Durch die Mitgliedschaft in Seniorenvereinen hat sie sich einen grossen Bekanntenkreis aufgebaut und ist oft unterwegs, Kurzreisen quer durch Europa. In ein paar Tagen bricht sie nach Amsterdam auf. Besuche meinerseits natürlich nur mehr gegen Anmeldung bzw haben wir dafür schon einen fixen Tag in der Woche reserviert…Ach ja, auch dem Glücksspiel frönt sie, wöchentlich gibt es eine Kartenpartie (dem Vernehmen nach wird aber nur um Streichhölzer gespielt :-))

Ich bin so froh, dass sie wieder so ins Leben zurückgefunden hat, und wünsche es ihr von ganzen Herzen, dass sie diese Zeit noch ganz ganz lange geniessen kann.

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